Interaktives Deutsch-Training

 

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Modalpartikeln

Schau dir zunächst das Video an und bearbeite dann die folgende Aufgabe. Modalpartikeln machen die mündliche Sprache lebendig. Die Bedeutung kann man nur schwer erklären. Finde sie in den Aussagen von Jojo und Mark im Video. Schau dir die Sätze genau an. Welches Wort kann man jeweils weglassen? Wähle aus.

„Du kannst doch Taxi fahren.“

„Daraus werd ich wohl nie schlau.“

„Du hättest dich halt früher kümmern müssen.“

„Das sagst ausgerechnet du.“

„Lächeln kann ich überhaupt nicht.“

Jojo 2: Folge 3

Jojo hat ein Vorstellungsgespräch im Weißen Holunder. Doch das Gespräch mit dem Wirt verläuft nicht wie erwartet. Ein Praktikumsplatz ist auch noch nicht in Sicht und bei ihrer Suche sind Mark und Alex keine große Hilfe.


SZENE 1

VINCENT:
So, der Philipp hat dir also gesacht, dass ich 'ne Aushilfe suche.

JOJO:
Ja, genau. Also, er ist mein neuer Mitbewohner seit ein paar Tagen.

VINCENT:
Hm. Mir hat er erzählt, dat er dich von klein auf kennt.

JOJO:
Ach so ... ja vielleicht hat er das gesagt, weil wir uns so gut verstehen, als wären wir zusammen aufgewachsen. Ja, ein Herz und eine Seele!

VINCENT:
Hm. Hast du schon mal gekellnert?

JOJO:
Nein. Aber das ist bestimmt nicht so schwer.

VINCENT:
Wenn der FC spielt und wenn Karneval ist, ist hier Ausnahmezustand. Aber auch dann gilt: freundlich sein! Das ist das A und O. Freundlichkeit!

JOJO:
Also, lächeln kann ich überhaupt nicht.

VINCENT:
Ich komme!

JOJO:
Und? Bekomme ich den Job?

VINCENT:
Ich ruf dich an.

GAST:
Hi, einen Milchkaffee bitte.
SZENE 2

JOJO:
Mann, was war das für ein seltsames Vorstellungsgespräch. Ich brauch unbedingt einen Praktikumsplatz. Wenn der auch noch bezahlt wäre, müsste ich nicht um einen Kellner-Job betteln.

MARK:
Du kannst doch Taxi fahren. Mittlerweile kennst du dich hier aus.

JOJO:
Sehr lustig! Aus den Einbahnstraßen hier in Köln werde ich wohl nie schlau werden. Aber das Praktikum ist jetzt auch viel wichtiger. Och Mark, ich hab mich überall beworben und immer nur Absagen gekriegt. Und immer heißt es: 'Für die nächsten zwei Jahre haben wir keine freien Plätze mehr.'

MARK:
Du hättest dich halt früher drum kümmern müssen.

JOJO:
Das sagst ausgerechnet du, der trotz aller Versprechungen seinen Hintern nicht hochkriegt?

MARK:
Dafür ist mein Hintern sexy.

JOJO:
Och Mann!


SZENE 3

JOJO:
Ich versteh ihn wirklich nicht.

ALEX:
Mark ist einfach faul. Was der braucht, ist ein ordentlicher Tritt in den Hintern.

JOJO:
Das Schlimme ist, wenn ich das Praktikum nicht bis nächste Woche begonnen hab ...

ALEX:
Bei mir ist das alles noch viel schlimmer! Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie bescheuert diese Behörden in Düsseldorf sind. Was ich für Anträge ausfüllen muss!


JOJO:
Mein Dekanat hat mir gemailt ...

ALEX:
Um ein Gewerbe beim Gewerbeamt anzumelden, brauche ich ein Formular von der Industrie- und Handelskammer. So geht das die ganze Zeit. Erst will das Finanzamt was, dann will der Vermieter eine Bürgschaft, dann das Arbeitsamt, dann die Stadt … Vielleicht liegt es daran, dass Kölner und Düsseldorfer sich nicht leiden können. Ich bin jedenfalls ziemlich genervt.

JOJO:
Da geht es dir wie mir.

ALEX:
Aber bevor ich mit Alex Events groß rauskomme und Millionen verdiene, muss ich mich eben durchkämpfen.

Jojo 2: Folge 3

Absage, die - hier: die Nachricht, dass man einen Job nicht bekommt

Antrag, der - das Formular

aus etwas/jemandem nicht schlau werden - etwas/jemanden nicht verstehen

ausgerechnet - hier: drückt aus, dass jemand etwas nicht erwartet hat und überrascht ist

Aushilfe, die - eine Person, die die Arbeit einer anderen Person für kurze Zeit übernimmt

Ausnahmezustand, der - eine Situation, die nicht normal ist; der Chaos

Behörde, die - ein Amt; eine Institution der öffentlichen Verwaltung

bescheuert - blöd

betteln - intensiv um etwas bitten

Bürgschaft, die - das Versprechen, im Notfall die Schulden einer anderen Person zu bezahlen

dafür - hier: wenigstens; immerhin

das A und O - das Wesentliche; das Wichtigste

Dekanat, das - die Leitung einer Fakultät einer Universität

ein Herz und eine Seele - zwei Menschen, die sich sehr gut verstehen

FC, der - Abkürzung für: der Fußballclub; hier ist der 1. FC Köln gemeint

Finanzamt, das - die Behörde, die sich um die Verwaltung der Steuern kümmert

genervt sein - keine Lust mehr haben; Stress haben wegen etwas; ärgerlich sein

gesacht (Kölner Dialekt) - gesagt

Gewerbe, das - die selbstständige wirtschaftliche Tätigkeit

Industrie- und Handelskammer, die - ein Verbund von Unternehmen aus einer Region

jemand muss sich durchkämpfen - jemand muss hart für etwas arbeiten

jemandem braucht einen ordentlichen Tritt in den Hintern - jemand muss gezwungen werden, endlich aktiv zu werden

kellnern - in einem Restaurant, Café o. Ä. Getränke und Speisen servieren; als Kellner arbeiten

mit etwas groß rauskommen - mit etwas sehr erfolgreich sein

Mitbewohner/in, der/die - jemand, der mit anderen in einer Wohnung lebt

Praktikumsplatz, der - eine Stelle für kurze Zeit in einem Unternehmen, um die Arbeit kennenzulernen (oft gar nicht oder schlecht bezahlt)

seinen Hintern nicht hochkriegen - umgangssprachlich für: faul sein

sich (gut) auskennen - etwas gut kennen, z. B. eine Stadt

sich gut verstehen - sich gegenseitig mögen

sich nicht leiden können - einander nicht mögen

sich um etwas kümmern - etwas erledigen

von klein auf - seit der Kindheit

Vorstellungsgespräch, das - das Treffen, bei dem sich ein Bewerber einem Arbeitgeber vorstellt, um einen Job zu bekommen

ziemlich - sehr